Das vorliegende Konzept orientiert es sich am nationalen Rahmenplan zur non-formalen Bildung im Kindes- und Jugendalter, welcher einen landesweiten Konsens für die Planung, Durchführung und Reflexion der Bildungsarbeit in Luxemburg formuliert.

“Kinder kann man nicht bilden.
Sie bilden sich selbst von Anfang an.”

(Laewen zit. Bei Romberg, 2002)

Pädagogische Grundsätze

Es ist uns wichtig, jedes Kind in seinem Wesen anzunehmen und eine vertrauensvolle Beziehung zu ihm aufzubauen. Wir begleiten seinen Entwicklungsprozess, indem wir ihm Geborgenheit und Sicherheit bieten. In einer vertrauensvollen Umgebung hat das Kind die Möglichkeit mit anderen und durch andere zu lernen. Unsere Kindertagesstätte soll ein Ort der vertrauensvollen Begegnung zwischen Kindern, Erziehern und Eltern sein.

Gruppengröße

In unserer Einrichtung werden Kinder ab dem 3. Monat bis zum Alter von 4 Jahren betreut. Die Gruppen „Himmelsdéierchen“ und „Paiperléck“ bieten jeweils 12 Plätze für Kinder von 3 Monaten bis 2 Jahre. In den Gruppen „Deckelsmouk“, „Flantermaus“ und „Kaweechelchen“ sind jeweils 15 Plätze für Kinder im Alter von von 2 bis 4 Jahren verfügbar. Zusätzlich übernehmen wir die außerschulische Betreuung der Kinder, welche im „Précoce“ eingeschrieben sind.

Rolle und Grundhaltung der Pädagogen

Damit die Kinder sich wohl und geborgen fühlen, legen wir besonderen Wert darauf, eine vertrauensvolle emotionale Beziehung zu den Kindern aufzubauen. Wir sind Bezugspersonen, die den Kindern Schutz und Geborgenheit gewährleisten.

Wir sehen uns als Beobachter, die die Bedürfnisse und Interessen der Kinder hören, verstehen und aufgreifen.

Die Erzieher verstehen sich als partnerschaftliche Begleiter und Unterstützer des Kindes, die ihm Zeit und Raum lassen zum eigenen Erforschen seiner Umwelt.

Als pädagogische Fachkräfte sind wir Ansprechpartner für Eltern und alle anderen Akteure, welche das Kind in seiner Entwicklung begleiten.

Handlungsfelder

In gezielten Aktivitäten und Spielen wie z. B. Gefühlsparcours, Gefühlsuhr, Kindertreff, Bilderbücher, Gefühlskärtchen… lernen die Kinder ihre Emotionen zu erkennen, zu benennen, sich ihrer bewusst zu werden und sich mit Ihnen auseinanderzusetzen. Damit wird die Wahrnehmung ihrer Gefühle gefördert und das Selbstwertgefühl spielerisch gestärkt.

Wir Erzieher sind uns unserer Vorbildfunktion den Kindern gegenüber sehr bewusst. Wir geben den Kindern Raum und Möglichkeiten, Konfliktsituationen selbsttätig und verbal zu lösen. Wir leiten sie an, eigene Interessen zu vertreten.

Durch die kulturelle Vielfältigkeit in unserer Einrichtung lernen die Kinder „anders sein“ zu akzeptieren. Wir respektieren die religiöse Zugehörigkeit und die damit verbundenen Aspekte.

Partizipation wird erlernt, indem sie im Alltag erprobt und erfahren wird.

Die Kinder bringen Ideen mit ein, äußern Meinungen, Empfindungen und Sichtweisen. Sie übernehmen Verantwortung und sollen ihren Alltag aktiv beeinflussen und mitgestalten.

 

Im Morgenkreis (Kindertreff) können die Kinder aktiv mitmachen, aber sie entscheiden selbst, inwieweit sie sich einbringen wollen. Die Kinder entscheiden, an welcher Aktivität sie am Vormittag teilnehmen möchten. Am Nachmittag können sie wählen, in welcher Gruppe sie spielen wollen; so haben sie die Möglichkeit ihren Tagesablauf selbst zu gestalten.

 

Beim Essen können die Kinder frei entscheiden was und wie viel sie essen möchten.

Durch gezielte Raumgestaltung schaffen wir eine Spiel- und Lernumwelt, in der nicht ständig Verbote und Ermahnungen ausgesprochen werden müssen.

Die Kinder haben die Möglichkeit, selbsttätig und selbstständig zu sein.

Die Gruppenräume der 0- bis 2-Jährigen sind dem Entwicklungsstand der Kinder angepasst. Jedes Kind hat die Möglichkeit sich in seiner eigenen Geschwindigkeit weiterzuentwickeln und selbstständig motorische Fähigkeiten zu erlernen.

Für den Erwerb und Aufbau sprachlicher Kompetenzen sind gerade die ersten Lebensjahre von zentraler Bedeutung. Die Sprache dient als Werkzeug um unsere Bedürfnisse, Emotionen und Gedanken auszudrücken. Spracherwerb ist nur möglich in einer anregenden und vertrauten Umgebung.

Wir Erzieher begleiten diesen Prozess unterstützend, indem wir die Kinder in ihrer Sprachentwicklung „abholen“ wo sie „stehen“. Hierbei ist es besonders wichtig sich auf die Kinder einzulassen, ihnen zuzuhören und auch entsprechend zu antworten.

Gemeinsame Gespräche mit den Kindern und zwischen den Kindern in alltäglichen Situationen sind für uns von großer Bedeutung. In unserer Kita findet dies vor allem im morgendlichen Baby- oder Kindertreff statt. Hier können die Kinder sich durch kleine Geschichten, Erzählungen, Lieder, Erläuterungen oder auch nur kleine Kommentare mit einbringen, wenn sie möchten.

In vielfältigen Aktivitäten und Experimenten ermutigen wir die Kinder dazu, Gegenstände zu sehen, hören, tasten, schmecken und riechen. Indem die Kinder versuchen, das Erlebte zu beschreiben oder zu benennen, erweitert sich ihr Wortschatz. Das so Erlernte wird durch Wiederholen immer wieder geübt und gefestigt.

 

Mehrsprachigkeit

In unserer Einrichtung treffen viele verschiedene Nationalitäten und Kulturen aufeinander, welches eine große Sprachenvielfalt mit sich bringt. Respekt, sowie Wertschätzung der Familiensprachen ist für uns von großer Bedeutung. Nur wenn die eigene Sprache gefördert und wertgeschätzt wird, sind Kinder motiviert, eine neue Sprache zu erlernen.

 

Als Umgangssprache gebrauchen wir die luxemburgische Sprache. Soweit es uns möglich ist, versuchen wir in bestimmten Situationen, wie zum Beispiel der Eingewöhnungsphase, mit den Kindern in ihrer Muttersprache zu kommunizieren. Im Alltag gebrauchen wir aber nicht nur die luxemburgische Sprache, sondern nutzen die Sprachenvielfalt unserer Erzieher. Wir Erzieher dienen den Kindern als Sprachenvorbild; wir leben den alltäglichen Umgang mit mehreren Sprachen vor. Des Weiteren lassen wir den Kindern den Freiraum, sich in ihren jeweiligen Sprachen zu verständigen.

Auch in unserem Kindertreff ist die Plurilingualität von Bedeutung. Es werden Lieder in verschiedenen Sprachen gesungen und auch bei Geschichten lassen wir immer wieder andere Sprachen mit einfließen.

Medien dienen als Werkzeuge kindliche Denk- und Lernprozesse anzuregen und zu begleiten.

Wir Erzieher nehmen beim Gebrauch der Medien eine Vorbildfunktion ein, zum Beispiel im Umgang mit Büchern. In unserer Kita stehen den Kindern Bücher, Portfolios und Familienbücher zur freien Verfügung. Auch in den Kindertreffs und den Gruppenräumen werden verschiedene Medien genutzt. Wochentage sind verschriftlicht, Lieder durch Piktogramme dargestellt, Geburtstagszahlen durch Ziffern und Punkte verbildlicht, … Fotos an unserer Pinnwand zeigen Kinder, die an verschiedenen Aktivitäten teilnehmen, oder heben Feste, Projekte und Veranstaltungen hervor.

Kreativität beinhaltet vor allem das Erschaffen und die Gestaltung von etwas Neuem. Kinder verfügen grundsätzlich über einen großen Schatz an Kreativität.

Um die Kinder zu ermutigen ihrer Fantasie Ausdruck zu verleihen, stellen die Erzieher abwechslungsreiches Material zur Verfügung, wie z. B. Sand, Wasser, Knete, Kleister, verschiedene Farben, Recycling- und Naturmaterialien. In der Bearbeitung von Knete z. B. erleben sie dreidimensionale Gestaltungsmöglichkeiten und erproben motorische Kompetenzen.

 

Unsere mobile Lernwerkstatt, abwechselnd bestückt mit verschiedenen Materialien, lädt zum eigenständigen und kreativen Erbauen, Erschaffen oder Kreieren ein. Erfolgserlebnisse stärken das Selbstwertgefühl unserer Kinder. Spiele und Experimente mit Wasser, Schnee, Matsch, ermöglichen neue Sinneserfahrungen.

 

Auch Musik, Tanz und Rhythmus sind elementare Erlebnis- und Ausdrucksformen für Körper und Geist und sind fester Bestandteil in unserer Einrichtung.

Bewegung ist die erste und elementarste Ausdrucksform des Lebens eines Kindes. Sie ist der Motor für seine körperliche, geistige und seelische Entwicklung.

Durch vielfältige, regelmäßige Bewegungsangebote, viel Raum für freies Spiel sowie eine vorbereitete Umgebung, bieten wir dem Kind Handlungsspielräume, um seine Fähigkeiten in seiner individuellen Geschwindigkeit auszuprobieren.

 

Spaziergänge an der frischen Luft, und Ausflüge zum nahe gelegenen Wald, ermöglichen Erfahrungen und Bewegung mit und in der Natur. Wöchentliche Nutzung der Sporthalle und des Airtramp, geben den Kindern ausreichend Gelegenheit, ihren Bewegungsdrang auszuleben, um den Körper beherrschen zu lernen.

 

Wichtig für die Bewegung ist die Raumgestaltung, die wir den Bedürfnissen der Kinder anpassen.

 

Aus der Achtsamkeit gegenüber dem eigenen Körper entwickeln Kinder Verantwortung für ihre Gesundheit.

 

Das Wickeln ist für das Kind eine wesentliche körperliche Erfahrung und bedarf eines sehr bewussten und liebevollen Umgangs. Die Erzieherin versucht sich genügend Zeit zu nehmen, um sich dem Kind individuell zuwenden zu können. Später versuchen wir es langsam und individuell angepasst an die Sauberkeitserziehung heranzuführen. Mit zunehmendem Alter lernt das Kind grundlegende Hygienemaβnahmen, wie selbstständiger Toilettengang und Händewaschen.

 

Eine ausgewogene Ernährung gehört zur gesunden Entwicklung eines Kindes dazu. Wir versuchen den Kindern Freude am Essen und Spaß an gesunder Ernährung zu vermitteln d. h. eine positive Einstellung gegenüber abwechslungsreicher, ausgewogener Ernährung.

Unsere Kinder können die Gröβe der Portionen selbst bestimmen. Die kindlichen Bedürfnisse wie Hunger, Sättigung, Esstempo und Essgewohnheiten sowie bestimmte Tischgespräche in der eigenen Muttersprache, geben jedem Kind den Raum für autonome Entscheidungen und fördern das soziale Erlebnis. In den Babygruppen spielt das langsame Heranführen an die selbstständige Nahrungsaufnahme, z. B. vom Füttern zum eigenständigen Essen, eine wichtige Rolle.

Bereits in den ersten Lebensjahren sammeln Kinder nicht nur Erfahrungen mit Sprache, sondern auch mit Mathematik. Zahlen, Muster und Formen begegnen ihnen bei vielen Gelegenheiten als Quadrate, Rechtecke, Kreise … Wir fördern diese Erfahrungen durch messen, schätzen, ordnen und vergleicheN.

Wesentlich dabei ist die pädagogische Haltung des Erziehers, dass diese Erfahrungen freudvoll und spielerisch gemacht werden können. Wir geben den Kindern Denkanstöße, Anregungsversuche und lassen sie ausprobieren und spielen.

 

In unserer mobilen Lernwerkstatt wird die Lernumgebung je nach Themenwahl unterschiedlich vorbereitet. Unser Ziel ist es, mit den Kindern gemeinsam Fragen zu stellen und diese zu beantworten, um ein Bewusstsein für mathematische, naturwissenschaftliche und technische Zusammenhänge zu fördern.

Das kindliche Spiel

Das Spiel ist die wichtigste Lernform in der Kindertagesstätte, da es insbesondere für die Altersgruppe der 0- bis 6-Jährigen die am meisten entsprechende Form des Handelns ist.

 

Das Spiel des kleinen Kindes ist weitgehend zweckfrei, es ist reine Tätigkeit und dabei lernt es die Dinge der Welt vorurteilsfrei kennen: Stoffe, Formen und Farben, die Elemente der Natur und physikalische Gesetze wie Statik oder Schwerkraft.

 

Wir, als Erzieher haben die Aufgabe die spielerischen Aktivitäten und Bedürfnisse der Kinder zu erkennen, das Kind in seinen Aktivitäten zu unterstützen und diesem, auf der Grundlage seiner Bedürfnisse, Anregungen und Hilfe zur Entwicklung und zum Lernen zu geben.

Folgende Spielformen spielen in unserer Einrichtung eine besondere Rolle:

  • Das sensomotorische Spiel umfasst vor allem die Spielaktivität der ein- bis zweijährigen Kinder. Hier geht es vor allem um Bewegung, das Spiel mit den eigenen Körperteilen und Spielwiederholungen.
  • Bei den Entdeckungs- und Wahrnehmungsspielen lernt das Kind Gegenstände und Zusammenhänge zu erkunden, Spielabläufe mit Materialien zu beobachten und zu begreifen.
  • Beim Konstruktionsspiel steht das Bedürfnis des Kindes im Vordergrund hohe Türme, Häuser, Burgen oder Ähnliches zu erbauen.
  • Im Rollenspiel haben die Kinder die Möglichkeit sich selbst zum Ausdruck zu bringen und gleichzeitig die Perspektive des anderen mit einzubeziehen.
  • Im Freispiel haben die Kinder die Möglichkeit ihre Spielorte, die Spielpartner und das Material selbstständig zu wählen und sich frei entfalten zu können. Gerade das Freispiel führt zur Ausbildung von Kompetenzen wie Kreativität und Konzentration, Spontanität und Geschicklichkeit, Fantasie, Ordnung, Sprachkompetenz. Wir als Erzieher stellen Material und Geräte für vielfältige Wahrnehmungserfahrungen zur Verfügung. Das Freispiel spielt in unserer Einrichtung eine große Rolle und findet mehrmals täglich statt.

Lernangebote

Um den Erziehern die Möglichkeit zu geben, spontan auf die Kinder einzugehen und deren Kompetenzen gezielt fördern zu können, orientieren sie sich am Entwicklungsstand und den aktuellen Bedürfnissen der Babys.

Die älteren Kinder nehmen am morgendlichen Kindertreff teil, treffen die Kinder und Erzieher der anderen Gruppen auf dem Spielplatz oder in der Eingangshalle während der Bring- und Abholzeiten.

Ein gruppenübergreifendes Planungsteam bestimmt das Bildungsthema für mehrere Wochen. Dieses basiert auf Erkenntnissen aus Beobachtung, den derzeitigen Interessen, Bedürfnissen und dem Entwicklungsstand der Kinder.

Die Eltern können sich anhand von Fotos an der Pinnwand im Eingangsbereich der Kita oder Veröffentlichungen auf der Homepage (www.creche-clervaux.lu) über das aktuelle Bildungsthema informieren.

 

Im Rahmen der Aktivitätenphase am Morgen werden den Kindern 3 verschiedene Lernangebote vorgeschlagen:

Lernangebote innerhalb des aktuellen Bildungsthemas

Bsp.: Sinneserfahrungen, Experimente, Kochen, Klanggeschichten, Gesellschafts-spiele, Bastelaktivitäten, Naturerfahrung, Sprachförderung, usw.

Bewegungsaktivität

Wir ermöglichen den Kindern verschiedene Bewegungsformen wie balancieren, springen, klettern, rennen, hüpfen im Innen- und im Außenbereich zu entdecken und auszuprobieren. Wenn möglich sollen sie sich so viel wie möglich an der frischen Luft bewegen.

Bei schlechtem Wetter steht den Kindern die Halle der Kita zur Verfügung oder sie benutzen den Bewegungsraum der Maison Relais.

Einmal wöchentlich bereiten die Erzieher abwechslungsreiche Bewegungsbaustellen und –spiele in der Sporthalle des Campus Scolaire vor.

Durch das regelmäßige Bewegungsangebot erhalten die Kinder die Möglichkeit, vielfältige Körper- und Sinneserfahrungen zu machen.

Freispiel

Spielen und Lernen sind untrennbar miteinander verbunden. In der spielerischen Auseinandersetzung mit der Umwelt lernt das Kind seine Fähigkeiten und Grenzen kennen. Durch die Interaktion mit anderen Kindern entwickelt es seine sozialen Kompetenzen. Im Freispiel hat das Kind die Möglichkeit selbstbestimmend Spielmaterial und –Partner auszusuchen.

Beobachtung und Dokumentation

Kinder erleben Übergangssituationen in ihrem Leben ganz individuell. Um die Übergänge zu erleichtern, ist es wichtig, diese langsam und einfühlsam zu gestalten.

Das Portfolio ist ein Dokumentationssystem, welches das Lernen und die Lernwege des Kindes verdeutlicht. In dieser Mappe werden die Werke und Fotos des Kindes gesammelt und dokumentieren so seine Entwicklung.

Das Portfolio gehört dem Kind und begleitet es während seiner gesamten Zeit in der Einrichtung. Das Kind kann immer nachvollziehen, was es bereits kann und wie es dies gelernt hat. Seine Stärken und individuellen Besonderheiten werden dadurch wertgeschätzt. Jedes Portfolio ist einzigartig – so wie das Kind selbst.

Das Portfolio dient ebenfalls zum kommunikativen Austausch in Entwicklungsgesprächen zwischen Bezugserzieher und Eltern. Am Ende der Zeit in der Kita wird das Portfolio dem Kind mitgegeben.

Die Eltern werden einmal jährlich, kurz nach dem Geburtstag ihres Kindes, zu einem Entwicklungsgespräch in die Einrichtung eingeladen.

Ziel dieser individuellen Entwicklungsgespräche ist es, die Eltern zu einer gemeinsamen Abstimmung bei der Begleitung der kindlichen Entwicklung zu sensibilisieren.

Übergänge

Voraussetzung für die individuelle Stärkung und Förderung der Kinder sowie für die dahin führende Planung von Entwicklungsangeboten ist die Beobachtung und Beschreibung von kindlichem Verhalten und Entwicklungsschritten.

 

Beobachtung kann täglich spontan und überall in der Einrichtung stattfinden. Besonders beim Freispiel können die Erzieher gut erkennen, welche Kompetenzen das Kind bereits erworben hat, wie es mit anderen Kindern in Interaktion tritt und mit was es sich gerne beschäftigt.

 

Die Beobachtungsergebnisse dienen zur Ausrichtung des weiteren pädagogischen Handelns und als Grundlage für jährliche individuelle Elterngespräche. Sie können ebenfalls die Sichtweise eines Erziehers in Bezug auf ein bestimmtes Kind ändern. Der Erzieher kann somit besser auf die Bedürfnisse des Kindes eingehen

Kinder erleben Übergangssituationen in ihrem Leben ganz individuell. Um die Übergänge zu erleichtern, ist es wichtig, diese langsam und einfühlsam zu gestalten.

Ungefähr 2-3 Wochen vor dem Eintritt in die neue Stammgruppe organisieren die Erzieher der Babygruppe und der neuen Gruppe eine interne Eingewöhnungsphase. Der Bezugserzieher der Babygruppe begleitet das Kind in die neue Gruppe, wo es sich mit dem neuen Bezugserzieher vertraut machen kann. Die erste Kontaktaufnahme orientiert sich an den Bedürfnissen des Kindes und findet während einer Spielphase statt, damit das Kind seine neue Umgebung erkunden kann. Die Aufenthaltsdauer in der neuen Gruppe wird langsam gesteigert, so dass das Kind sich am Ende der Eingewöhnungsphase hier wohlfühlen kann.

Die Eltern werden in einem gemeinsamen Brief von Kita und Maison Relais darauf hingewiesen, dass die außerschulische Betreuung für schulpflichtige Kinder von der Maison Relais übernommen wird. Die Eltern können ihr Kind somit frühzeitig hier anmelden.

Kinder werden gemeinsam mit ihren Erziehern zu einem Besuch in der Maison Relais eingeladen. Bei einem Rundgang und Kennenlernspielen können die Kinder sich mit der neuen Umgebung vertraut machen.

Der definitive Wechsel von der Kita in die Maison Relais findet dann im Prinzip
2 Wochen vor Schulbeginn im September statt, damit die Kinder sich langsam in die neue Einrichtung einleben können.

Der Übergang von ausschließlich Kita-Betreuung zu teilweise „Précoce“ und
Kita-Betreuung, gestaltet sich für die Kinder am Anfang des neuen Schuljahres oftmals als beschwerlich. Die Erzieher versuchen die Kinder in dieser schwierigen Anfangsphase zu unterstützen, indem sie ihnen Raum und Zeit geben, sich an die neue Situation zu gewöhnen. Der regelmäßige Kontakt zum Lehrpersonal des „Précoce“ trägt ebenfalls dazu bei, Kinder und Eltern in dieser neuen Lebensphase zu unterstützen.

Bildungspartnerschaften

Die familienergänzende Arbeit unserer Einrichtung im Sinne des zu betreuenden Kindes ist qualitativ hochwertig, wenn eine vertrauensvolle und gute Zusammenarbeit zwischen Erziehern und Eltern besteht. Die Eltern werden als wichtigste Bezugspersonen des Kindes gesehen. Die Erzieher stehen ihnen mit Fachwissen zur Seite, wann immer es erwünscht und nötig ist.

Um diese Grundlagen und gegenseitige Transparenz zu gewährleisten, setzt sich unsere Elternarbeit aus verschiedenen Bausteinen wie Einführungsgespräch in die Gruppe, Tür- und Angelgespräche, individuelle Entwicklungsgespräche, Elternabende, Feste, … zusammen.

Qualitätsentwicklung

Die Grundvoraussetzung, um den Ansprüchen einer qualitativ hochwertigen pädagogischen Arbeit gerecht zu werden, ist ein gut funktionierendes Team. Teamarbeit bedeutet gemeinsam einen Arbeitsauftrag zu erfüllen und dabei die Stärken und Ressourcen der einzelnen Teammitglieder zu nutzen, um sich so weiterentwickeln zu können. Berufsbegleitende Fortbildungen unterstützen die Erzieher in einem sich zunehmend ändernden Arbeitsfeld und erweitern ihre fachlichen Kompetenzen.

Teamsitzungen, Gruppenversammlungen und Arbeitsgruppen sowie individuelle und Inhousefortbildungen unterstützen die Entwicklung und Kommunikation innerhalb unseres Teams.

Evaluation bedeutet, immer wieder Haltepunkte einzulegen, um festzustellen, ob unsere pädagogische Praxis noch mit dem Konzept der Einrichtung übereinstimmt. Wir haben den Anspruch unsere Arbeit fortwährend zu analysieren, zu hinterfragen und zu verbessern. Ziel ist es, die Qualität in unserer Einrichtung wertorientiert zu sichern und weiterzuentwickeln.

Das vorliegende pädagogische Konzept stellt eine Kurzfassung dar. Die vollständige Version kann jederzeit in der Kita eingesehen werden.